30. Oktober 2021 / Aus aller Welt

Stärkstes Beben seit Vulkanausbruch auf La Palma

Täglich gibt es Dutzende von Beben auf La Palma, die aber keine große Gefahr darstellen. Jetzt aber wurde die Kanareninsel von einem stärkeren Beben erschüttert.

Aschenwolken steigen aus dem Vulkan.

Die Kanareninsel La Palma ist vom stärksten Erdbeben seit dem Vulkanausbruch vor knapp sechs Wochen erschüttert worden.

Die Erdstöße am frühen Samstagvormittag hätten eine Stärke von 5,0 verzeichnet und seien auf ganz La Palma sowie zum Teil auch auf drei weiteren Kanareninseln, Teneriffa, La Gomera und El Hierro, gespürt worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf das spanische Geographische Institut (IGN).

Nennenswerte Schäden wurden nicht gemeldet. Seit dem Vulkanausbruch gibt es täglich Dutzende Beben auf La Palma. Da alle Erdstöße weiterhin in Tiefen von deutlich mehr als 30 Kilometern stattfinden, stellen sie nach Angaben von Experten keine bedeutende Gefahr dar. Sie deuten demnach aber darauf hin, dass der Vulkan am Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden der Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas noch einige Zeit aktiv bleiben wird.

Das ist nicht unbedingt eine schlechte Nachricht für die Wirtschaft der kleinen spanischen Insel mit ca. 85.000 Bewohnern - denn der Vulkan sei inzwischen zu einer großen Touristenattraktion geworden, die an diesem «langen Wochenende» mit dem Feiertag am Montag (Allerheiligen) besonders viele Besucher angelockt habe, so RTVE. Offizielle Zahlen lagen zunächst allerdings nicht vor.

Seit der Vulkan am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder ausbrach, hat die zum Teil knapp 1300 Grad heiße Lava mehr als 2500 Gebäude völlig zerstört, wie das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus am Samstag mitteilte. Demnach waren insgesamt 946,5 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht ungefähr 1300 Fußballfeldern. Mehr als 7000 Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden. Seit einigen Tagen bewegen sich die Lavaströme nur noch sehr langsam Richtung Küste vorwärts.


Bildnachweis: © Emilio Morenatti/AP/dpa
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