29. Januar 2022 / Allgemein

Von Blumen und abgeknickten Zweigen

Holocaust-Gedenktag 2022

Vor 77 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog wurde der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Vereinten Nationen erklärten 2005 den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Seit 2007 wird auf Initiative des Jüdisch-Christlichen Freundeskreises e.V. in Wesel an diesen Tag erinnert. In den ersten Jahren wurde zur Erinnerung ein Kranz am jüdischen Mahnmal niedergelegt.

Seit 2010 beteiligen sich die weiterführenden Schulen an der Gestaltung dieses Tages. Dem Jüdisch-Christlichen Freundeskreis e.V. war es ein großes Anliegen, die junge Generation in die Gedenkveranstaltungen einzubinden. Mit der Beteiligung und dem Engagement der Schulen ist das hervorragend gelungen.

Gedenken in Zeiten der Corona-Pandemie
Aufgrund der Corona-Pandemie musste bereits im vergangenen Jahr das Gedenken in einem kleineren Rahmen geplant und durchgeführt werden. Erneut konnte die Veranstaltung nur unter den geltenden Corona-Bestimmungen stattfinden. 

Mit einem Musikstück leitetenn Schüler*innen des KDG in die Veranstaltung ein. Im Anschluss hielt Pfarrer Dr. Christoph Kock ein kurzes Grußwort. Anschließend wurden „Biographien / Informationen“ ermordeter Jüdinnen/Juden vorgetragen. Nach jeder Biographie legte ein*e Schüler*in einen abgeknickten Zweig oder eine abgeknickte Blume am Mahnmal nieder. 

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ging in ihrer Rede auf das Ritual der abgeknickten Zweige und Blumen ein. So symbolisieren auf Grabsteinen abgebildete abgeknickte Bäume, dass jemand „in der Blüte“ seines Lebens und damit zu früh von den Menschen ging. Noch heute legen weltweit Menschen zur Erinnerung an die Opfer der Shoah abgeknickte Zweige nieder. Dabei werden auch Rosen verwendet. Sie stehen im jüdischen Glauben für das Weibliche und Kindliche. Eine niedergelegte Rose erinnert an ein junges Kind oder eine junge Frau, die ihrer „Schönheit“ des Lebens beraubt wurde.

Dadurch wurde dem Auditorium verständlich, warum die jungen Menschen die abgeknickten Zweige niedergelegt haben. Zum Abschluss der Rede forderte die Bürgermeisterin alle Teilnehmer*innen auf, ebenfall Zweige und Blumen (pro Teilnehmer*in eine*n Zweig/Blume) neben dem Mahnmal niederzulegen. Sie legte gemeinsam mit Wolfgang Jung einen Kranz nieder.

Nach einem kurzen Moment der Stille wurde die Veranstaltung mit einem weiteren Musikstück beendet.

Quelle: Stadt Wesel
Bild: Pixabay / Katja_Kolumna

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